Posts mit dem Label Nachruf werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nachruf werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

In memoriam Antoni Tápies

Antoni Tápies, Journal (Galfetti 166), 1968.
Antoni Tápies, einer der großen Exponenten abstrakter Kunst (Informel) starb am 6.2.12 mit 88 Jahren. Tápies kam 1923 in Barcelona auf die Welt, er war Maler, Bildhauer und Kunsttheoretiker. Nach einer schweren Lungenkrankheit entdeckte Tápies Zeichnung und Malerei für sich und entschloss sich, das Studium der Rechtslehre aufzugeben.

Dieter Schrage...

... ist woanders hingezogen. Er war von allen Unbequemen dieser Stadt der Liebenswürdigste: Unermüdlich und doch stets verschmitzt in Bewegung für die Schaffung herrschaftsfreier Räume entwarf er das Freie Kino, bastelte an der besetzten Arena mit, kuratierte sozialkritische Kunst, unterstützte alle möglichen Hausbesetzungsbewegungen und -bestrebungen, hielt Vorträge, Reden, Seminare und ging mit Obdachlosen ins Museum, etc., etc. Und bei all dem war er ein nicht aus der Ruhe zu bringender Pazifist und widmete sich dem, was Pierre Ramus – dem er eine ganze Gesellschaft gründete – so formulierte: "Die Umgestaltung der Gesellschaft durch die gewaltlose Revolution, mit den Mitteln des Wortes, hin zu wahrer Herrschaftslosigkeit". Sein Herz, das immer offen war für Kritik und Subversion, ist nun völlig unerwartet stehngeblieben... ciao battagliero!